14.01.2012 – DIE CHIN-DÖRFER

Die Chin-Frauen

Ein Besuch bei den Chin-Frauen …

Laymyo River

Nach dem Frühstück…

         Wie immer geht es Nwe nicht sonderlich gut, da Sie Fliegen und Bootfahren nicht sonderlich gut verträgt. Im Nachhinein gesehen haben wir ihr damals, bei Ihrem Besuch bei uns in Österreich, keinen großen Gefallen getan, als wir Sie im Wiener Prater zum Karussellfahren “genötigt” haben Smiley

Laymyo

 Nwe leidet, die Arme !   

Laymyo

Uns geht es besser…

Die Chin-Dörfer

Schließlich erreichen wir das erste von 3 Chin-Dörfern, in denen noch 7 tätowiere Frauen leben, alle so um die 60 Jahre alt. Im zweiten Dorf leben noch 9 solcher Chin-Frauen, im dritten gar nur noch 3. Es wird auch keine weiteren mehr geben, da die “Kunst” des Gesichter Tätowierens nicht mehr weitergegeben werden konnte / durfte.

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Das Tätowieren der Gesichter dauerte 1,5 Tage, und die Mädchen waren 7 Jahre alt, als die schmerzhafte Prozedur an Ihnen vollzogen wurde. Die Schmerzen waren so groß, erzählen uns die Frauen, dass Sie an Händen und Füßen gefesselt wurden, um sich nicht der Prozedur entziehen zu können. Die Tinte bestand aus Ruß, Kokosnussöl und Rinderleber und wurde mit Nadeln in die Haut gestochen. Vielleicht erklärt das auch, dass die Frauen nie lächeln…

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Ein gemeinsames Erinnerungsfoto

               Auffällig auch der Ohrschmuck der Frauen.

In den Dörfern sieht man kaum Männer, da diese zum Arbeiten in die Stadt gezogen sind. Die verbliebenen Frauen können von dem Geld der Touristen, die sich hierher verirren, kaum leben, da die Touristen nur 2, 3 Monate im Jahr hierher kommen. Das Geld, das die Touristen da lassen, wird für den Bau von steinernen Schulen verwendet.

Die Dorf-Schule

Wir haben Kugelschreiber, Buntstifte, Naschereien und Spielzeug für die Kinder mitgebracht, welches wir in jeden Dorf dem Dorfvorsteher und Lehrern überreichen, und spenden auch etwas Geld.

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Die Schüler freuen sich über die Kamera

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Das Klassenzimmer

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Diese Brücke führt zur Schule

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Der Lehrer

Rundgang durch das Dorf

Auch können wir eine junge Frau beim Weben beobachten. Chin-Stoffe sind selten, begehrt und relativ teuer. Für uns als Souvenir sogar zu teuer…

Chin       Chin

Ein Mädchen spielt mit ihrem jungen Bruder, in dem Sie ihn auf einem Palmenblatt durch das Dorf zieht.

    Die jungen Männer beschäftigen sich mit Ballspielen, dem „Chinlone“. Der Ball darf mit allen berührt werden, nur nicht mit der Hand.

Chin Chin

Eine Frau bei der Erzeugung von Besen aus Bambus und Palmenblättern.

Chin Chin

Und hier noch ein paar Impressionen aus den Dörfern :

                      Wir verlassen das zweite Dorf und steuern ein drittes an, wo wir irrtümlich ein Fest vermuteten. So sagte es uns der Lehrer des Dorfes Nr. 2 , aber es war nur eine Versammlung.Chin

      Die Chin-Dörfer sind übrigens einzigartig, jedes Dorf ist sozusagen ein eigener Stamm , es gibt 54 Chin-Volksstämme. Und jeder Stamm hat seine eigene Kultur und Sprache / Dialekt. Aber nur 3 Stämme tragen ( jeweils verschiedene Muster ) Gesichtstätowierungen.

Über die Gründe der Tätowierungen gibt es verschiedene Theorien:

1.) der burmesische König heiratet alle Frauen, die ihm gefielen, und wenn er Ihrer überdrüssig war,lies er sie töten. Um dem zu entgehen, ließen sich die Chin-Frauen tätowieren, um hässlich zu sein.

2.) Die Chin sind Jäger und immer wieder kam es zu tödlichen Irrtümern und Jagdunfällen, bei denen die Mitglieder eines Stammes versehentlich Mitglieder andere Stämme töteten, was wieder zur Blutrache führte. Um Verwechslungen auszuschließen, wurden die Frauen zwecks Identifizierung der Stammeszugehörigkeit tätowiert.

3.) Chin-Frauen galten es besonders schön und wurden immer wieder Opfer von Vergewaltigungen, deswegen wurden Sie mit den Tätowierungen “entstellt”

4.) die Tätowierungen sind einfach Bestandteil der Stammeskultur, um die Stämme zu unterscheiden.

Nwe glaubt, das letzteres das Wahrscheinlichste ist.

Die Rückfahrt

Als wir das letzte Dorf verlassen wollen, steckt unser Boot fest.Mit gemeinsamer Anstrengung schaffen wir es dann aber doch, das Boot wieder frei zu bekommen. War auch Zeit, denn bald wird es dunkel, und dann dürften wir nicht mehr weiterfahren. So aber schaffen wir es dann doch nach Hause, zum Abendessen und einer guten Nachtruhe…

ChinChinChin

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Ein Kommentar zu 14.01.2012 – DIE CHIN-DÖRFER

  1. hans und sylvia breitbach sagt:

    Hallo Doris und Walter,

    wir waren gerade auch in zwei Chin-Dörfern am 4 Februar. Ihre „Modelle“ sind auch auf unseren Photos, und das Hängebauchschwein kommt mir doch auch sehr bekannt vor!

    Wir haben uns sehr über Ihren Beitrag gefreut, und vielleicht schreiben Sie uns ja mal.

    Mit vielen Grüssen – Hans und Sylvia Breitbach aus Düsseldorf

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